Als Slalom-Spezialist Anton Tremmel seine Karriere nach acht Jahren und 70 Weltcup-Rennen beendet, wirkt es wie das Ende einer stillen Konstante im kleinen deutschen Slalomteam. Ich erinnere mich, wie ein Skirennläufer wie er die Entwicklung des Slalomsports wirklich hautnah miterlebt und dem deutsche Alpin-Team Stabilität gegeben hat, doch die neuen Saison beginnt nun ohne diesen wichtigen Läufer.
Sein sofortige Karriereende im Alter von 31 Jahren hat viele überrascht, besonders wenn man an Rottach-Egern denkt, wo er 17 Jahre lang im Grunde nur eines gab: die Jagd nach der schnellsten Zeit.
Seine Stärken lagen in den technischen Disziplinen auf der Piste, seit seinem Debüt im Januar 2018 im Weltcup, das er damals fast unbemerkt gefeiert hat. Nun hat er sich klar entschlossen, wie der Deutsche Skiverband am Montag die Entscheidung Tremmels mitteilte. Auch kürzlich hat ein weiterer Läufer aus Südtirol seine Laufbahn beendete.
Zwischen Bestleistung und Abschied
Mit Blick auf seine beste Platzierung im Jahr 2023, als Anton Tremmel den 13. Platz in Adelboden erreichte, erinnere ich mich gut an die besondere Zieleinfahrt vor dem Publikum im Schweizer Skiort, die für den 31-Jährige zu den größten Highlights seiner Karriere zählt.
Vor allem die Laufbestzeit im zweiten Durchgang, mit der sich der Tegernseer von Platz 29 vorgearbeitet hat, zeigt, wie stark sein grandioser zweiter Lauf auf dem Klassikerhang war. Es war ein wirklich spezielles Rennen, bei dem er lange im Leader Chair gesessen ist und das volle Gefühl im Zielstadion genoss, wie er selbst denkt und später als frisch gebackene Ski-Rentner im exklusiven Interview mit BR24Sport zurück beschreibt.
Doch schon Jahre hinweg war er eine echte Konstante im kleinen deutschen Slalomteam. Als Technik-Spezialist vom SC Rottach-Egern feierte er im Jahr 2018 sein Weltcup-Debüt, während Marcel Hirscher siegte. Im DSV-Aufgebot standen sechs Athleten, darunter der heutige BR24Sport-Experte Felix Neureuther, damals noch aktiver Skirennfahrer.
Ich habe oft gesehen, wie er Kollegen kommen und gehen sah, auch Weggefährten wie Julian Rauchfuss oder Dominik Stehle, die vor einiger Zeit zurückgetreten sind. Nach rund acht Jahren im Skiweltcup mit 70 Rennen in der höchsten Ski-Alpin-Liga war schließlich auch für den Mann aus Oberbayern Schluss, obwohl er sechsmal in die Top 20 eines Weltcuprennens fuhr.
| Kategorie | Informationen |
|---|---|
| Name | Anton Tremmel |
| Nationalität | Deutsch |
| Sportart | Ski Alpin (Slalom / technische Disziplinen) |
| Verein | SC Rottach-Egern |
| Geburtsregion | Oberbayern / Tegernsee |
| Weltcup-Debüt | Januar 2018 |
| Karriere im Weltcup | ca. 8 Jahre |
| Weltcup-Rennen | ca. 70 Starts |
| Beste Platzierung | 13. Platz (Adelboden, 2023) |
| Stil / Stärke | Technische Disziplinen, Slalom |
| Besonderheiten | Konstante im deutschen Slalomteam, verletzungsarm |
| Karriereende | im Alter von 31 Jahren |
| Teamrolle | Geschätzter Teamathlet, gute Stimmung im Team |
| Bekannte Mitfahrer | Linus Straßer, Sebastian Holzmann, Fabian Himmelsbach, Alexander Schmid |
| Charakter im Team | Unkompliziert, authentisch („Toni“) |
| Verband | Deutscher Skiverband (DSV) |
| Medienauftritt | BR24Sport Interviews |
| Karrierefokus | Slalom-Weltcup, Entwicklung im internationalen Vergleich |
Ein neuer Weg nach der Piste
Kein Karriereende! Jakov Fak hängt noch im Kopf vieler Fans, doch bei Anton Tremmel sieht die Realität anders aus: Langeweile, wartet, allerdings, nicht, denn ein klarer Plan für die kommenden, Monate, Jahre steht bereits. Ich kenne solche Übergänge aus dem Sportumfeld gut, wenn Athleten sagen: Ich werde mich jetzt erstmal beruflich neu orientieren, und genau so klingt es auch hier.
Er könnte mir unter anderem ein Verbundstudium mit praktische Ausbildung im Bereich Elektrotechnik vorstellen, ein Wechsel von der Piste direkt in den Hörsaal, während der Skisport für ihn weiterhin wichtig bleibt, wie er selbst betonte, auch wenn der Zurückgetretene sagt, er wird ihn weiterhin begleiten.
Gleichzeitig bleibt vieles bewusst offen, denn er ließ allerdings offen, in welcher Form er sich ab sofort seiner einstigen großen Liebe beschäftigen werde. Der Abschied kam emotional, denn DSV-Sportchef Wolfgang Maier verabschiedet seinen Schützling mit weinenden Auge, vor allem weil er in den technischen Disziplinen stets eine deutsche Waffe war.
Entwicklung auf höchstem Niveau
Tremmel, der fast ein Jahrzehnt lang auf den bedeutendsten Slalomhängen der Welt in Kitzbühel, Madonna, di, Campiglio und Wengen unterwegs war. Er hat die vergangenen Jahre hinweg den Slalomsport wirklich weiterentwickelt miterlebt.
Dabei beschreibt er, wie die Dichte und Qualität immer mehr nach oben gegangen ist und wie der Sport mittlerweile ein extrem hohes Level erreicht hat, etwas, das ich aus vielen Rennanalysen selbst bestätigen kann. Der Slalomsport zeigt eine rasante Entwicklung, bei der es einfach ist zu erkennen, wie schwierig es geworden ist mitzuhalten.
Das eigene Gefühl im Training wird zwar besser, doch für den nächster Winter bleibt die Herausforderung groß. Trotzdem hat man oft den Eindruck, dass man gegenüber den anderen keinen riesigen Sprung macht, weil von Jahr zu Jahr das Level immer weiter nach oben gegangen ist. Es wurde dadurch nicht leichter gemacht, besonders durch die Jungen, die nachkommen und ebenfalls auf einem extrem hohen Level fahren, wie er im BR24Sport Interview sagt und meint.
Karriere ohne große Spuren
Im, Gegensatz, zu vielen, seiner, Kollegen hat der intensive Slalomsport bei Anton Tremmel nur kaum Spuren hinterlassen. Die frühere Knieverletzung bereitet ihm heute keine Probleme mehr, sodass der 31-Jährige seine Karriere im gesunden körperlichen Zustand mit Erfolg und glücklich beenden kann, auch wenn es bei anderen oft ganz anders aussieht, wie er selbst im Gespräch betont.
Im Team war Anton Tremmel stets geschätzt, er ist gut ausgekommen mit Kollegen und Trainern, und beim Skifahren stand für ihn immer die Freude und eine gute Stimmung im Team im Vordergrund.
In den Trainingscamps mit Linus Straßer, Sebastian Holzmann, Fabian Himmelsbach sowie dem gleichaltrigen Riesenslalom-Spezialisten Alexander Schmid blieb er sich selbst treu und hat sich nie verstellt, immer einfach der „Toni“, wie er sagt, einfach, wie, bin, wie er es auch als Deutsche Slalom-Meister 2021 gegenüber BR24Sport erklärt. Mit seinem Rückzug schrumpft das ohnehin kleine Slalom-Team weiter, während mittlerweile Großbritannien mehr Slalomfahrer im Weltcup hat als der Deutsche Skiverband.
